FDP-Stadtverbandsvorsitzender spricht sich für den Erhalt des Bahnhofs Wadern aus |
FDP-Stadtverbandsvorsitzender spricht sich für den Erhalt des Bahnhofs Wadern aus
Der Waderner FDP-Stadtverbandsvorsitzende Dr. Jörg Müller bekräftigte seine bereits im März 2003 gegenüber der SZ vertretene Position, wonach der Bahnhof Wadern unter allen Umständen erhalten und einer neuen Nutzung zugeführt werden müsse. Bereits damals sei „laut" über die Aufhebung des Denkmal-Status des Bahnhof-Ensembles nachgedacht worden, nachdem die geplante Restaurierung des Objekts (einschließlich der Schaffung neuer Arbeitsplätze in den Gebäulichkeiten) wegen anscheinend unüberbrückbarer Differenzen zwischen der Stadt Wadern und den Investoren gescheitert war. Müllers damalige Aufforderung an Bürgermeister, Stadtrat und Ortsrat von Dagstuhl, klar Position zu Gunsten der baulichen Wiederherstellung des Waderner Bahnhofs zu beziehen und gemeinsam ein zukunftsträchtiges Konzept für die Nutzung der Gebäude zu entwickeln, blieb ungehört, während der von den Besitzern sowie Vertretern des Stadtrats und des Dagstuhler Ortsrats möglicherweise nicht ungern gesehene – so jedenfalls Müllers persönlicher Eindruck – Verfall des Gebäudekomplexes voranschritt.
Umso erfreulicher sei es, dass seit der kürzlich durch den Waderner Stadtrat beschlossenen Bebauungsplanänderung das Thema „Bahnhof Wadern", auf das bspw. der lokale Heimatkundeverein seit der von ihm initiierten Ausstellung anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Bahnhofs im Jahre 1997 immer wieder aufmerksam macht, endlich auch in der Bevölkerung angekommen sei. „Wenn Bürgermeister Dewald behauptet, dass „alle froh sind, wenn er [der Bahnhof] jetzt von der Bildfläche verschwindet" und Dagstuhls Ortsvorsteher Albert kund tut: „Wir sind alle heilfroh, dass dieser Schandfleck jetzt verschwindet", so sollten beide präzisieren, wen sie unter „alle" subsumieren", so Müller, „denn alle Dagstuhler oder alle Waderner können sie damit nicht gemeint haben. Vielleicht dachten die beiden dabei an alle diejenigen, denen die heimatliche Geschichte und das kulturelle Erbe der Vorfahren völlig gleichgültig sind."
„Dass es sich bei dem Bahnhof Wadern, um ein bedeutendes historisches Ensemble handelt, steht außer Frage. Die überwiegend 1897 errichteten Gebäude symbolisieren in einzigartiger Weise die infrastrukturell überregionale Rolle Waderns in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Zudem bildeten sie die Keimzelle für die Entstehung des Ortes Dagstuhl, der sich im 20. Jahrhundert sukzessive als Annex der zum Bahnhof gehörenden Eisenbahnersiedlung entwickelt hat. Man könnte es vereinfacht auf den Nenner bringen: Ohne Bahnhof kein Ort Dagstuhl. Wie sehr der Waderner Stadtteil Dagstuhl mit dem Bahnhof Wadern verbunden ist, legt bereits die zwar inkorrekte, aber allenthalben übliche und damit überaus charakteristische Bezeichnung der Gebäude als „Bahnhof Dagstuhl" nahe." Zwar sei es laut Müller durchaus nachvollziehbar, dass der Bahnhof in seinem derzeitigen Zustand für manchen einen Schandfleck darstelle, doch biete die Zerstörung dieses wertvollen kulturhistorischen Ensembles keine ernsthaft in Erwägung zu ziehende Alternative. Im Übrigen", betont der FDP-Vorsitzende nachdrücklich, „gebe es entgegen dem fälschlicherweise häufig in der Diskussion angeführten inhaltlichen Zusammenhang zwischen dem Bau des vor den Bahnhofsgebäuden geplanten Verkehrskreisels und dem Bahnhof keinerlei Beeinträchtigungen des Kreisels durch die derzeit noch denkmalgeschützten Gebäude."
Einen möglichen Weg zur Rettung des Bahnhofs, für die zweifellos erhebliche finanzielle Mittel notwendig wären, sieht Müller darin, dass die in der Öffentlichkeit anscheinend lange Zeit bestehende Gleichgültigkeit gegenüber dem nicht nur für den Hochwaldraum bedeutenden Komplex einem sich allmählich entwickelnden Problembewusstsein weiche, wie die Diskussion um die Zukunft des Bahnhofs deutlich zeige. Dies könne schließlich dazu führen, dass sich nun auch der Landkreis Merzig-Wadern und das Land bewusst werden, um welches landesweit einzigartiges und schützenswertes Ensemble es sich bei dem Bahnhof Wadern handelt, und sich aktiv für dessen Zukunft einsetzen.
zurück